FBBC-Unternehmerstammtisch: Firmen wollen Chancen der Beltquerung schon jetzt nutzen

Ostholstein steigt auf in eine internationale Liga: Mit dem Bau der festen Fehmarnbeltquerung entsteht eine deutsch-dänische Region. „Meine Mitarbeiter lernen bereits Dänisch“, sagte Elvira Seelaff. Die Inhaberin eines Raumausstattungsunternehmens in Oldenburg in Holstein rief auf dem Unternehmerstammtisch des Fehmarnbelt Business Council (FBBC) die Wirtschaft in der Region auf, die Chancen der neuen Wachstumsachse Hamburg-Lübeck-Puttgarden-Öresund zu nutzen. „Wir müssen uns jetzt positionieren, um an der Wertschöpfung teilzuhaben.“

tl_files/images/2009 11 26 Unternehmerstammtisch/IMG_1378_web.jpgDamit beschrieb Seelaff ein wichtiges Ziel des FBBC, in dem sich unter anderem die IHK Schleswig-Holstein und der UVNord mit dänischen und schwedischen Partnern zusammengeschlossen haben. Das FBBC will die Unternehmen schon in der Planungs- und Bauphase des Jahrhundertbauwerkes unterstützen. „Wir haben bereits damit begonnen, grenzüberschreitende Netzwerke entlang der neuen Achse zu knüpfen“, erläuterte Rüdiger Schacht, Leiter des Geschäftsbereiches Standortpolitik bei der IHK zu Lübeck und Federführer Verkehr der IHK Schleswig-Holstein. „Weitere Schwerpunkte setzen wir in der Kommunikation der Forderungen der Wirtschaft an die zuständigen Stellen und die Ausarbeitung von Vorschlägen für die weitere Zusammenarbeit in unserer Region“, sagte er vor rund 50 Unternehmern in Oldenburg.

Bis der erste Verkehr über den rund 19 Kilometer breiten Fehmarnbelt rollt, werden vermutlich noch rund acht Jahre vergehen. Dennoch sollten die Betriebe sich rechtzeitig auf die neue Verbindung einstellen, betonte Eberhard Rauch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön. Er erläuterte den Unternehmern die Einzelheiten des Bauwerks, der geplanten Hinterlandanbindungen: „Der Unternehmensverband fordert eine für alle Beteiligten akzeptable Trassenführung für die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden sowie den Ausbau der Fehmarnsund-Brücke.“

Mit einem Regionalen Entwicklungskonzept wollen die Kreise Ostholstein und Stormarn sowie die Hansestadt Lübeck die sich ihnen bietenden Chancen aus der Beltquerung analysieren. Achim Georg vom Hamburger Büro Ottenströer & Georg präsentierte den Zuhörern beim Unternehmerstammtisch erste Zwischenergebnisse des Konzeptes. „Entscheidende wirtschaftliche Faktoren werden die Standortattraktivität, die Flächennachfrage und die Auswirkungen auf die Beschäftigung sein“, so Georg. Auch für den Tourismus sieht er große Chancen. „Es wird vor allem die verbesserte Möglichkeit gehen, sich als Fehmarnbeltregion zu positionieren und die Nachfrage besonders auch durch Marketingaktivitäten in Skandinavien zu verbessern.“ Dafür sei allerdings eine intensive regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit erforderlich, mahnte der Experte.

Auch Hans-Peter Wandhoff, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön, bekräftigte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit alle Akteure und der Wirtschaft im FBBC.  Zugleich lobte er die vielfältigen und vor allem rechtzeitigen Aktivitäten der Verwaltungen - besonders des Kreises Ostholstein – zur Optimierung der Chancen für die Region. „Durch dieses Jahrhundertbauwerk werden die Metropolregionen Kopenhagen/Malmö und Hamburg und mit ihnen die gesamte Fehmarnbelt-Region als Drehscheibe zwischen den Ostseeanrainern und Zentraleuropa zusammenwachsen“, so Wandhoff. Die Region werde nach der für 2018 geplanten Eröffnung der Verkehrsverbindung einen prosperierenden Wirtschaftraum bilden, der große Möglichkeiten für Handel und Gewerbe, für Arbeitsplätze, für den kulturellen Austausch und den Tourismus bietet. „Für die Wirtschaft in unserer Region hat dieses Projekt allerhöchste Priorität.“

Teilnehmer des Unternehmerstammtisches
40 Unternehmer aus Ostholstein und Plön nahmen am ersten Unternehmerstammtisch teil

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